Rugby Deutschland reagiert auf Klimaveränderungen
Der Klimawandel macht auch vor dem Sport nicht halt. Laut Weltgesundheitsorganisation zählen Sportler*innen zu den vulnerablen Risikogruppen für klimabedingte Gesundheitsrisiken. Und auch Outdoor-Veranstaltungen wie das 7er-Rugby-Europameisterschaftsturnier Hamburg 7s stehen vermehrt vor klimatisch bedingten Herausforderungen wie Hitze, Starkregen oder Stürmen. Der DOSB hat sich bereits seit Längerem dieses Themas angenommen, dafür das übertragbare Klimaanpassungskonzept im Rahmen der Hamburg 7s als Pilotprojekt ausgewählt und unterstützt es als zukunftsweisend und damit beispielhaft auch für andere Sportveranstaltungen.
Seit 2023 waren die Hamburg 7s wiederholt von außergewöhnlich hohen Temperaturen sowie intensiven Wetterereignissen betroffen. Gerade im olympischen 7er-Rugby mit seinem dreitägigen Turnierformat und jeweils rund zehn Stunden Veranstaltungszeit pro Tag entstehen durch die veränderten klimatischen Bedingungen neue Risiken für Athlet*innen, Zuschauende und Helfende.
Grundlage des Klimaanpassungskonzepts ist die Analyse der Klimadaten der vergangenen zehn Jahre am Veranstaltungsort, die Einordnung von Temperaturentwicklungen und Wetterextremen sowie die Ableitung möglicher Worst-Case-Szenarien. Dabei berücksichtigt das Projekt gleichermaßen die Handlungsfelder Sportstätte, Umwelt und Gesundheit. Darauf aufbauend werden konkrete Anpassungsstrategien, Frühwarnsysteme und priorisierte Handlungsempfehlungen etwa im Bereich Schutzmaßnahmen oder Kommunikation erarbeitet.
Für das Klimaprojekt Rugby Deutschlands, das federführend von der Partneragentur green4sports begleitet wird, fließen zahlreiche Bausteine ein. Die Verantwortlichen schauen einerseits darauf, wie bei Rugbyevents in anderen Ländern wie in Hongkong, Nairobi oder Montevideo mit besonderen klimatischen Bedingungen umgegangen wird. Bei den Hamburg 7s selbst werden mehrere Schutzmaßnahmen für Sportlerinnen und Sportler, aber auch für Zuschauende umgesetzt. So wird es für jedermann zugängliche und kostenfreie Trinkwasserstationen geben, es wird noch mehr als in den vergangenen Jahren auf Verschattung wertgelegt. Heißt: Es werden größere Schattenbereiche als in den Vorjahren ausgewiesen, in denen Zuschauerinnen und Zuschauer Schutz von starker Sonneneinstrahlung finden können. Zudem wird ein Sicherheitskonzept umgesetzt, das unter anderem Schutzräume vor Gewitter- oder Sturmereignissen bietet. Und nicht zuletzt wird auch für die Sportlerinnen und Sportler in Hamburg darauf geachtet, dass sie nicht nur aus Regenerationsgründen Abkühlung bekommen, sondern sich bei hohen Temperaturen und starker Sonneneinstrahlung zwischen den Spielen etwa in kühlen Räumen aufhalten können.
Erkenntnisse daraus sowie weitere Forschungsanalysen und Befragungen sollen letztendlich einfließen in ein praxiserprobtes Schutz- und Notfallkonzept, das als Impulsgeber für weitere klimaresistente Outdoor-Veranstaltungen im organisierten Sport dienen kann.
“Mit diesem Pilotprojekt schaffen wir eine wichtige Grundlage, um Sportveranstaltungen besser auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten“, so Projektmanagerin Susanna Hinn vom DOSB. “Besonders wertvoll ist der Modellcharakter des Vorhabens: Die Erkenntnisse aus den Hamburg 7s können künftig auch anderen Verbänden und Veranstaltern als praxisnahe Orientierung dienen.“