Hamburg7sGirl Gang will „Stadion wieder anzünden“!

Girl Gang will „Stadion wieder anzünden“!

Für Rugby Deutschlands 7er-Frauen ist die EM in diesem Jahr DAS Highlight der Saison. Schließlich ist man international nicht ganz so viel und auch noch nicht so hochklassig unterwegs wie die Männer des Wolfpack. Dennoch sind die Ambitionen der Girl Gang keineswegs kleiner, auch wenn die Ziele realistischerweise noch ein wenig weiter entfernt erscheinen. Doch für Bundestrainer Curtis Bradford und seine Kapitänin Mette Zimmat steht ohnehin die kontinuierliche Weiterentwicklung im Vordergrund, denn dann kämen die angestrebten Ziele irgendwann von alleine in deutlich erreichbarere Nähe. Auf den anstehenden EM-Auftakt in Hamburg (3. bis 5. Juli) fiebert das Team förmlich hin. Schließlich will man das Stadion – wie schon im letzten Jahr – im sprichwörtlichen Sinne gern wieder so richtig anzünden.

Die EM ist nicht mehr weit entfernt. Die Aufregung steigt vielleicht schon ein wenig. Wie gut fühlt ihr euch vorbereitet?
Curtis Bradford: Ich denke, die Vorbereitung ist bisher relativ gut gelaufen. Wir haben bei den Centrale 7s in Orsay gut performt, konnten das Turnier ja auch gewinnen. Das ist immer schön, wenn wir auf unserem langen Weg solche Zwischenerfolge feiern können, auch wenn es “nur“ ein Vorbereitungsturnier war. Auch das Turnier in Haguenau, das ein sehr gutes Niveau hatte, war wichtig für uns. Da hatten wir gute Ergebnisse etwa gegen Belgien oder Kanadas Team mit einigen Weltserienspielerinnen.

Mette Zimmat: Es war wichtig, dass wir diese Turniere und auch den Lehrgang zuletzt in Belgien hatten, denn zuvor hatten wir lange keine Spielpraxis. Ich denke aber auch, dass wir im Moment auf einem guten Stand sind. Man merkt aber auch, dass wir noch an einigen Stellschrauben zu drehen haben. Wir probieren noch Kombinationen aus, müssen die eine oder andere neue Spielerin noch besser einbinden. Wir haben schon gute Leistungen gezeigt, brauchen da aber bis zur EM sicher noch mehr Konstanz.

Es gibt neue Spielerinnen im Kader? Welchen Einfluss haben die dem Team gebracht?
Curtis Bradford: Die, die im Vergleich zum letzten Jahr dazugekommen sind, sind eine sehr gute Ergänzung zum Kader und wurden toll aufgenommen. Zum Beispiel Ricci Hennig: Ich kannte sie schon aus meiner Zeit in Österreich und wusste, was sie uns bringen kann – viel Energie und Mobilität. Wir haben nach wie vor einen jungen und auch sehr ausgeglichenen Kader, in dem wirklich Potenzial steckt.

Wie sehen jetzt die Ziele für dieses Jahr bei der EM aus?
Mette Zimmat: Wir stecken unsere Ziele hoch. Natürlich würden wir gern die Qualifikation zur Weltserie SVNS 3 schaffen, wissen aber, dass das aufgrund der Neustrukturierung nicht einfacher geworden ist. Es qualifiziert sich nur noch ein Team, das noch nicht bei den SVNS dabei ist, und da gibt es neben uns noch einige Kandidaten. Aber Curtis sagt immer “Nicht Performance, sondern Progress“. Wir wollen besser abschneiden als im letzten Jahr, darauf sollte für uns wieder der Fokus liegen, dann folgen die Resultate irgendwann zwangsläufig.

Curtis Bradford: Wir haben eine herausfordernde Gruppenphase, da müssen wir gleich von Beginn an da sein und unsere Leistung abrufen. Aber wie Mette schon gesagt hat: Wir schauen auf unsere Weiterentwicklung. Wir haben im letzten Jahr so viele Spiele gewonnen, wie kein deutsches 7er-Frauenteam seit 2011. Daran wollen wir anknüpfen und auch im Ranking im Vergleich zu den letzten Jahren klettern. Wenn das dann am Ende für die SVNS genügt – umso besser.

Mette, du hast deine Wurzeln in Hamburg. Welche Bedeutung hat so ein Turnier in der Heimat für dich?
Mette Zimmat: Eine EM im eigenen Land, das ist das Beste, was du kriegen kannst. So eine Chance bekommt man ja nicht so häufig. Hamburg hat in den letzten Jahren schon gezeigt, dass es so ein Event hervorragend ausrichten kann, wie auf den Tribünen eine wahnsinnige Stimmung entsteht. Darauf freuen wir uns besonders. Und natürlich wollen wir als Spielerinnen unseren Fans und unseren Familien. Freundinnen und Freunden zeigen, welches Potenzial in uns in im Rugby in Deutschland steckt. Für mich persönlich wird es sicher noch etwas besonderer, denn da ich ja in Heidelberg wohne, sehe ich meine Familie leider nicht so oft. Die EM ist für mich also in mehrfacher Hinsicht ein Nach-Hause-Kommen.

Curtis Bradford: So ein Heimturnier ist natürlich gewaltig für uns, und das bringt sicher auch ein paar Prozent mehr. Das Stadion und die Stimmung sind fantastisch. Ich erinnere mich daran, wie es abging, als wir letzten Jahr Frankreich schlagen konnten. Ich hoffe, dass wir weitere solche tolle Erinnerungen für uns schaffen können.

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