Hamburg7sWolfpack gewinnt Hamburg 7s / Girl Gang mit bislang bestem Ergebnis

Wolfpack gewinnt Hamburg 7s / Girl Gang mit bislang bestem Ergebnis

Großer Jubel unter den deutschen Fans bei den Hamburg 7s! Die deutschen 7er-Rugbymänner haben zum ersten Mal das Heimturnier in der Hansestadt gewonnen und sich damit die beste Ausgangsposition für das zweite und entscheidende Turnier der Rugby Europe Championships 2026, das vom 24. bis 26. Juli stattfindet, gesichert. Nicht weniger lautstark bejubelt wurden im Sportpark Steinwiesenweg die deutschen Frauen, die sich mit Rang fünf ihr bislang bestes Ergebnis in Hamburg absolut verdient hatten. Auch die Veranstalter zeigten sich ausgesprochen zufrieden mit der vierten Auflage der Hamburg 7s, die nicht nur sportlich bislang das beste Ergebnis einbrachte, sondern am Ende mit 3100 Zuschauerinnen und Zuschauern am Finaltag und 7250 Besucherinnen und Besuchern über alle drei Turniertage einen neuen Rekord aufstellten. (Foto: Jan Perlich)

Im Finale stand das Wolfpack Olympiasieger und EM-Titelverteidiger Frankreich gegenüber. Beide Teams lieferten sich zu Beginn einen echten Schlagabtausch, in dem die Franzosen sich den ersten Versuch gegen die starke deutsche Verteidigung hart erarbeiten mussten (5.). Weil aber auch Anton Gleitze aber noch vor der Pause ins Malfeld einlief, war es zur Halbzeit mi7 5:7 aus deutscher Sicht denkbar knapp.

Danach jedoch zeigte Rugby Deutschland eine der besten Leistungen dieses Jahres. Das Wolfpack nagelte die Franzosen mit brutal druckvoller Verteidigung förmlich vor deren Malfeld fest, zwangen Olympiasieger Sepho gar, den Ball im eigenen Malfeld totzulegen. Aus dem fälligen 5-Meter-Gedränge heraus lief Felix Hufnagel, der später als wertvollster Spieler des Turniers ausgezeichnet wurde, zum Versuch ein, den er selbst zum 12:7 erhöhte (10.). Deutschland blieb enorm druckvoll, zwang Les Bleus, die sich kaum noch befreien konnten, so zu Fehlern und schlug dann selbst eiskalt zu: Lokalmatador Ben Ellermann tankte sich in der 12. Minute zum dritten Versuch durch. Und dann fand Cedric Eichholz in der Schlussminute eine Lücke, stürmte in Richtung Malfeld und hob dann unter dem Jubel der Tausenden Fans für den Versuch ab. Sein Erhöhungskick zum 26:7-Endstand ging im Dauer-Applausbeinahe unter.

„Wir waren heute in beiden Spielen richtig gut, in fast allen Bereichen. Ich bin richtig stolz auf die Jungs, die sich diesen Turniersieg über das gesamte Turnier hinweg absolut verdient haben“, so Bundestrainer Pablo Feijóo. „Vor allem die Youngster, die für die verletzten Spieler in den Kader gekommen sind, haben ihre Sache wirklich gut gemacht. Es ist deutlich zu sehen, dass wir den Abstand zur Weltspitze in diesem Jahr weiter verkürzen konnten. Jetzt wollen wir natürlich versuchen, das in Split zu bestätigen und uns den Titel auch zu holen.“

Wie eigentlich im gesamten Turnier, so agierte das Wolfpack schon im Halbfinale gegen Belgien sehr konzentriert und über weite Strecken auch dominant. Und wieder musste das Wolfpack keine Gegenpunkte hinnehmen. Dafür avancierte Felix Hufnagel, der beim 19:0-Sieg für alle Punkte verantwortlich war, zu Mann des Spiels. Belgien verteidigte zwar gut und hielt lange stark dagegen, aber schon in der 2. Minuten legte Hufnagel ganz links außen ab und traf auch die schwierige Erhöhung zum 7:0, was dann auch schon der Pausenstand war.

Auch nach dem Seitenwechsel ließ die RD VII kaum gefährliche Szenen des Gegners zu, brachte sich auf der anderen Seite geduldig in gute Positionen und nutzte seine Chancen konsequent. In der 10. Minute lief Hufnagel bis unter die Malstangen und hatte dementsprechend kein Problem, auch diesen Versuch zu erhöhen. Aber zwei Minuten später legte er wieder ganz außen ab, und diesmal verzog der sichere deutsche Kicker knapp rechts. Egal. Belgien schnupperte in der Schlussphase noch mal an der Ergebnis Kosmetik, aber obwohl es schon als klarer Sieger feststand, verteidigte das Wolfpack bis zur letzten Sekunde leidenschaftlich und hielt das vierte „zu Null“ im fünften Spiel fest.

Das eigentlich von vielen namhaften Ausfällen gebeutelte Wolfpack war schon an den ersten beiden Turniertagen sprichwörtlich durch das Feld „gepflügt“. Zum Auftakt wurden Tschechien (42:0) und Polen (41:0) deutlich geschlagen. Am zweiten Tag wurde im letzten Gruppenspiel auch Mitfavorit Spanien letztlich souverän mit 10:0 besiegt. Erst im Viertelfinale gab es beim 26:12 gegen Großbritannien überhaupt die ersten Gegenpunkte für die deutsche Auswahl, aber das Halbfinale war ausgesprochen souverän erreicht worden.

Deutsche Frauen als Fünfte mit bestem Hamburg-Ergebnis

Mit einer ganz starken Leistung und einem völlig verdienten 19:5-Erfolg gegen Irland sicherten sich die deutschen Frauen bei den Hamburg 7s den fünften Platz und damit eines der besten Ergebnisse im deutschen 7er-Frauenrugby seit Langem.

Wie schon gegen Tschechien zuvor musste die Girl Gang lange vor dem eigenen Malfeld verteidigen, aber diesmal setzte man offensiv die richtigen Nadelstiche zum richtigen Zeitpunkt. Mette Zimmat markierte schon im ersten Durchgang mit ihren schnellen Sprints zwei auch schön herausgespielte Versuche für die RD VII, die zur Pause 14:0 vorn lag.

Die Irinnen verkürzten in der 9. Minute zwar durch einen Versuch, aber dann stellte Gesine Adler, die eine Lücke in der irischen Verteidigung fand und einen langen Sprint anzog, den alten Abstand wieder her. In der Schlussphase wehrte sich Irland zwar noch mal, aber die Girl Gang hielt stand, eroberte den Ball und brachte so den verdienten Sieg ins Ziel.

Im vorangegangenen Halbfinale der Platzierungsrunde war es keine Glanzleistung gegen Tschechien, wie der Bundestrainer monierte, aber am Ende stand ein 14:10-Sieg für die RD-Frauen auf der Anzeigetafel. In einer sehr ausgeglichenen ersten Spielhälfte, in der es hin und her wogte, legte Tschechien in der vierten Minute den ersten Versuch. Die Deutschen verteidigten zwar wieder stark, leisteten sich aber im Offensivspiel zu viele Fehler und brachte sich damit oft um gute Feldpositionen. Erst kurz vor Schluss gelang Kapitänin Mette Zimmat der Durchbruch, und der erfolgreiche Erhöhungskick von Charlotte Malaizier bedeutete die 7:5-Führung. Die hatte aber keine 60 Sekunden Bestand, sodass die Gegnerinnen mit einem 10:7 in die kurze Pause gingen.

Auch danach überzeugte das deutsche Team vor allem defensiv, allerdings konnte man sich gegen den Druck der Tschechinnen kaum aus der eigenen Hälfte befreien – bis zur 13. Minute, als erneut Zimmat eine Lücke fand und einen langen Sprint mit dem spielentscheidenden erhöhten Versuch abschloss (13.). Tschechien konnte danach den Ankick nicht fangen, sodass Deutschland aus dem folgenden Gedränge heraus das Spiel mit dem Kick ins Aus beendete.

Die Girl Gang hatte im Turnierverlauf teils begeisternde Leistungen gezeigt, aber sich letztendlich nicht mit Ergebnissen belohnen können. Trotz zweier Niederlagen zu Beginn gegen die ambitionierten Tschechinnen (12:17) und die Hamburg-7s-Titelverteidigerinnen aus Polen (7:24) reichte ein klarer 40:5-Erfolg gegen Aufsteiger Türkei, um ungefährdet ins Viertelfinale einzuziehen. Dort lieferte man sich mit den favorisierten Belgierinnen einen harten Kampf und schnupperte lange am Einzug ins Halbfinale, aber Belgien drehte gegen stark verteidigende deutsche Frauen einen 0:5-Rückstand in der zweiten Hälfte mit einem einzigen erhöhten Versuch noch in einen 7:5-Sieg und sicherte sich anstelle der Girl Gang den Platz in der Runde der besten Vier.

„Wir hatten heute ein Spiel, mit dem ich nicht ganz zufrieden war und am Ende eines, in dem wir eine tolle Leistung gezeigt haben“, analysierte Bundestrainer Curtis Bradford. „Das ist eine besondere Gruppe, diese Mädels, und ich bin stolz darauf, was sie hier mit einem starken fünften Platz geleistet haben. Dieses Wochenende, dieses Turnier war ein großer Schritt für uns in die absolut richtige Richtung. Aber wir sind erst zur Hälfte durch. Wir wollen und müsse versuchen, diese Leistung beim zweiten Turnier in Split zu bestätigen.“

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